Mit unseren 10 Tipps zu deinem neuen (gebrauchten) Rennrad! – Teil 2

Und der zweite Streich folgt sogleich…

Mit Geduld und ordinären Messtechniken findet man bestimmt ein Fahrrad. Am Besten beginnt man mit seiner Suche…
Ach, lies dir einfach den 1.Teil unserer Ratgeber-Serie durch. Dort findest du alle Informationen zur passenden Rahmengröße, die richtige Herangehensweise an die Suche und den Ort an dem du zu suchen beginnen solltest.

Damit die Freude am Fahrrad möglichst lange währt, bedarf es einer gründlichen Vorauswahl der Anbauteile. Die richtigen Komponenten sind das A und O eines tollen Rennrads. Welche Unterschiede es gibt und worauf du achten solltest, findest du hier im 2.Teil unserer Serie:


#4 – Ultegra 6600 vs. Ultegra 6700?

Mindestens genauso wichtig wie das Rahmenmaterial (dazu mehr im 3.Teil unserer Serie), ist das verwendete Material rund um den Rahmen! Laufräder, Reifen und Schaltgruppen haben einen wahnsinnig großen Einfluss auf die Performance des Rennrads, sowie auf den Fahrspaß. Aus diesem Grund ist es wichtig, bereits im Vorhinein möglichst genaue Informationen über diese Anbauteile zu bekommen. Leider ist nicht jede Artikelbeschreibung so übersichtlich gestaltet, wie folgendes Beispiel:

Gr. 55,5mm

Carbonrahmen und -gabel
Brems-/Schalthebel: Shimano Ultegra SL-RS685
Schaltwerk/Umwerfer/Kurbel: Shimano Ultegra 6800 11-fach
hydraulische Scheibenbremsen: Shimano BR-RS785
neue Kassette 11-32T: Shimano 105
neue Kette
Laufradsatz: Easton EA70XCT
Reifen: Clement X’Plor USH 120tpi 35c Folding
Sattel: Fizik Tundra M5
Sattelstütze: Norco Lite Composite 27.2 – UD Stealth
Lenker: Ritchey WCS Evo Curve

Guter, gebrauchter Zustand.
Leider ein Lackschaden im Tretlagerbereich durch Kettenklemmer (siehe Bilder)

Dieser Beschreibung kann man auf Anhieb alle wichtigen Informationen entnehmen, aber was bedeuten diese Abkürzungen und Produktbezeichnungen? Hier ein kleines Material-Ein-mal-Eins für dich:

Reifen

Grundlegend unterscheidet man zwischen Tubular- und Clincher-Reifen. Im Gegensatz zum Clincher-Reifen (=Mantel+Schlauch) besteht der Tubular-Reifen nur aus einem Mantel, der mit der Felge „verklebt“ wird. Gebräuchlicher sind zurzeit Clincher-Reifen.

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Großartig wäre es, wenn auf deinem zukünftigen Rennrad bereits die alljährlichen Testsieger, oder ähnlich gute Modelle, vormontiert sind. Dadurch kommen keine unerwarteten Folgekosten nach dem Kauf auf dich zu (ein neuer Satz Reifen kostet nämlich schnell mal mind. 50 Euro).

Laufräder

Da Felgen teilweise teurer sein können, als der gesamte Rest des Rades, wirken sie sich besonders stark im Verkaufspreis aus. Für den Rennrad-Neuling dürfte das aber nicht wirklich von Bedeutung sein. Zu Beginn dürfen es durchaus etwas schwerere und weniger aerodynamischere Modelle sein.

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Du kannst sie dafür auch ohne Probleme bei jeder Witterung nutzen, ohne dir bei jeder Ausfahrt Gedanken über die teuren Laufräder machen zu müssen. Bessere Laufräder kannst du dir nach 3-4 Saisonen noch immer kaufen 😉

Schaltgruppen

Bei Schaltgruppen darfst du allerdings gerne genauer hinsehen, denn die werden nicht so häufig gewechselt wie Reifen oder Laufräder. Zurzeit gibt es drei große Hersteller von Schaltgruppen: Campagnolo, SRAM und Shimano.
Wichtig für dich:

  • Jeder Hersteller nutzt seine Brems- und Schalthebel in unterschiedlicher Weise
  • Jeder Hersteller bietet günstige und teure Schaltgruppen an

Hier listen wir dir die zurzeit gebräuchlichen Schaltgruppen der einzelnen Hersteller kurz auf (oben=teuer, unten=günstig)

Shimano SRAM Campagnolo
Dura Ace DI2 Red etap SuperRecord EPS
Dura Ace Red SuperRecord
Ultegra DI2 Force Record EPS
Ultegra Rival Record
105 Apex Chorus EPS
Tiagra Chorus
Sora Potenza
Claris Athena
Centaur
Veloce

Grundlegend gilt:
Hochpreisige Schaltgruppen (z.B. Shimano Dura Ace) sind leichter, langlebiger und (gerade bei elektrischen Schaltgruppen) angenehmer zu bedienen.
Aber: Der Austausch einzelner Komponenten ist wesentlich kostenintensiver als bei günstigen Schaltgruppen (z.B. Shimano Tiagra). Hier solltest du immer die Wartungskosten im Hinterkopf behalten!

Häufig findet man zusätzlich zum Modellnamen (=Ultegra) eine Seriennummer (z.B. 6600). Damit lässt sich die Aktualität der Schaltgruppe sehr einfach überprüfen. So wurde z.B. bei Shimano die Schaltgruppe „Ultegra 6600“ ab dem Jahr 2005 produziert. Aktuell stehen wir bei Version R8000 (Stand: Jänner 2018).

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Bei genauerem Betrachten der verschiedenen Versionen fällt auf, dass z.B. eine „Ultegra-6700“ und eine „105-5800“ sehr ähnlich aussehen. Kaufst du dir also ein Gebrauchtrad mit einer aktuellen 105er-Schaltgruppe ist der technische Nachteil, im Vergleich zu einer etwas älteren Version Ultegra-Schaltgruppe, relativ überschaubar.

Grundlegend würde ich nie zu den günstigsten Schaltgruppen der Hersteller greifen. Das liegt daran, dass sich diese Gruppen nur mangelhaft warten lassen. Ich persönlich würde daher nur nach Gebrauchträdern mit folgenden Schaltgruppen (oder höherwertigeren) Ausschau halten:

  • Shimano: 105 (oder höherwertig)
  • Sram: Rival (oder höherwertig)
  • Campagnolo: Veloce (oder höherwertig)

Info: Da sich der Bedienkomfort einer Ultegra- und einer Dura Ace-Schaltgruppe nicht gravierend unterscheidet, muss man als Anfänger auch nicht unbedingt zu den Topgruppen greifen. Der Gewichtsunterschied zwischen den Schaltgruppen wird vielen kaum auffallen. Dem nicht genug, gibt es unzählige Kombinationsmöglichkeiten, zwischen den Gruppen eines Herstellers. Beispielsweise kann ein Dura-Ace Schaltwerk mit einer Ultegra-Kette verwendet werden.


#5 – Die Kurbelgarnitur

Für viele Neulinge ist dieses Detail vielleicht nebensächlich, sollte aber nichtsdestotrotz bereits beim Kauf berücksichtigt werden. Abhängig von deinen voraussichtlichen Fahrgewohnheiten kannst du dir bereits im Vorhinein überlegen, welche Kurbel für dich am besten passen könnte. Als Kurbel werden die vorderen Kettenblätter (inkl. Kurbelarme und Pedale) bezeichnet.

Üblicherweise stehen folgende Varianten zur Verfügung:

  • 2-fach Kurbel (=vorne 2 Kettenblätter)
  • 3-fach Kurbel (=vorne 3 Kettenblätter)
  • Kompaktkurbel (=vorne 2 Kettenblätter)

(natürlich gibt es noch eine Unmenge an weiteren Varianten, aber für den Beginn reicht diese Aufzählung vollkommen aus)

Wie bereits erwähnt, hängt die ideale Kurbelwahl ganz von deinem zukünftigen Einsatzbereich ab. Bist du überwiegend im flachen Gelände unterwegs, reicht dir eine 2-fach Kurbel komplett aus. Bei Steigungen über 10% eignet sich eine 3-fach Kurbel. Sie bietet dir mit ihrem dritten Kettenblatt eine leichtere Übersetzung fürs Bergfahren (aber: zusätzliches Gewicht).

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Die Kompaktkurbel versucht die beiden anderen Kurbelvarianten zu kombinieren. Durch diesen Kompromiss gehen dir aber zumeist am größeren Kettenblatt ein paar Zähne verloren, wodurch du beim Bergabfahren schnell an deine Grenzen kommst.

In meinem Freundeskreis werden überwiegend Kompaktkurbeln verwendet. Für uns ist diese Kompromisslösung definitiv die Sinnvollste (=persönliche Meinung).

Info: Zu Beginn ihrer Karriere fahren die meisten Rennradfahrer gerne im flachen Gelände, weil man viel sieht und schnell unterwegs ist. Früher oder später (nach 1-2 Saisonen) zieht es aber die meisten Fahrer in die Berge. D.h. es kann sein, dass auch du in 1-2 Jahren lieber eine Bergfahrübersetzung hättest.


Rahmenmaterial und Zustandsanalyse

DAS richtige Rahmenmaterial gibt es wohl nicht. Eine Entscheidungshilfe sowie wertvolle Tipps für einen ersten Schnellcheck erhältst du aber mit Sicherheit im 3.Teil unserer Serie!

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4


© Lukas

5 Kommentare zu „Mit unseren 10 Tipps zu deinem neuen (gebrauchten) Rennrad! – Teil 2

  1. Du schreibst nur Chorus oder höherwertig, bei Shimano aber 105er. Wobei die günstigere Potenza aber ungefähr auf der technischen Höhe der Ultegra ist. Wie kommst du zu deiner Aussage? An der Wartbarkeit kanns ja bei der Potenza nicht liegen…

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