Nie wieder Triathlon!

Das hätten wir nach unserem ersten Wettbewerb sagen können – haben wir aber nicht. Wie soviele andere auch, hat uns das Triathlonfieber gepackt. Ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Was konnten wir als komplette Neueinsteiger in unserer ersten Saison lernen? Das, und unsere Pläne für das kommende Jahr erfährst du heute.


Mein Resümee nach der ersten Triathlonsaison

Wie zu erwarten, lief unsere erste Triathlonsaison nicht hundertprozentig nach Plan. Schwierigkeiten im Training gehörten ebenso dazu, wie Probleme bei Wettbewerben. All das konnte uns nicht aufhalten. Ganz im Gegenteil, es machte uns nur besser!
Denn Eines kann ich nach dieser Saison mit Gewissheit sagen: Erfahrung ist das A und O im Triathlonsport.

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Der erste Wettbewerb verlief anders als geplant – die Tipps von den Profis kamen in diesem Fall leider zu spät 😉

Während ich beim ersten Bewerb noch freudig Eistee schlürfte, wusste ich spätestens nach dem Bewerb, dass ich darauf mit Magenkrämpfen reagiere. Genauso, wie ich sorgenerfüllt an meinen ersten Massenstart beim Schwimmen ging, konnte ich danach behaupten, dass alles eigentlich halb so wild abläuft. Ich kann nach meiner ersten Saison zumindest abschätzen, wann und wo ich Nahrung zu mir nehmen muss, damit ich keine Probleme während des Rennens bekomme. Außerdem kann ich meine Kraftreserven besser einschätzen, auch wenn ich dem Frieden oft nicht traue. Ich weiß mittlerweile wo meine Schwächen liegen und kann gezielter daran arbeiten. Natürlich weiß ich bei weitem noch nicht genug über mich und meinen Körper, aber die erste Triathlonsaison hat mein Körpergefühl definitiv verbessert.


Would have, would have, bicycle chain!

Hätte, hätte, Fahrradkette! – Was ich besser hätte machen können, kann man wohl kaum an einer Hand abzählen. Viele Triathlon-Einsteiger gehen oft mit zu viel Leistungsdruck in ihr erstes Rennen. Ich kann mittlerweile behaupten, dass das nicht notwendig ist. Das allererste Rennen sollte man voll und ganz genießen. Bestimmte Zielzeitvorgaben kannst du in den kommenden Rennen immer noch erreichen.

Wo sollte dein erstes Rennen stattfinden?

Suche dir für deinen ersten Wettbewerb unbedingt ein mittelgroßes Rennen aus. Bei zu vielen Startern (>300) kann es im Wasser schon einmal etwas ruppiger zugehen, wodurch du komplett eingeschüchtert in die kommenden zwei Disziplinen startest.

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Nicht jeder Wettbewerb liefert die perfekten Bedingungen für dein Triathlondebüt.

Bei einem sehr kleinen Starterfeld (<50 Teilnehmer) merkst du sofort, wenn du Einer der Letzten bist. Auch das kann deine Motivation recht stark beeinträchtigen. Für uns Wiener war daher der Tulln Triathlon eigentlich der perfekte Start in die Triathlonkarriere.

Welche Ausrüstung brauche ich wirklich?

Das Thema Ausrüstung wird bei Triathleten bekanntlich ja ganz groß geschrieben, aber was brauche ich wirklich? Leider wird wirklich ein gewisses Grundkapital benötigt. Ich habe für meine gesamte Ausrüstung ca. 1300-1500€ bezahlt (Mit „gesamter Ausrüstung“ meine ich auch wirklich die gesamte Ausrüstung). Aber günstiger kannst du wohl kaum in den Sport einsteigen (Wie du ein günstiges Rennrad erhältst, erfährst du hier!). Wirklich notwendig (oder zumindest empfehlenswert) sind ein paar grundlegende Dinge. Anhand unserer Checkliste kannst du schnell herausfinden, was dir noch fehlt.

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In Punkto Ausrüstung haben wir noch viel Aufholbedarf, das darf aber keine Ausrede sein.

Natürlich braucht man nicht unbedingt einen Neo, aber in Österreich ist die neoprenfreie Zeit relativ kurz (Juni-August). Wenn du nicht, wie wir Anfang September, den Kältetod sterben möchtest, solltest du diese Anschaffung ernsthaft in Betracht ziehen. V.a. kostet das einmalige Ausborgen eines Wetsuits schnell bis zu 100€. Zu diesem Preis kannst du dir ohne Probleme einen Gebrauchten im Internet kaufen. Den kannst du dann in deinen ersten Saisonen nutzen. Generell würde ich dir den Gebrauchtwarenmarkt empfehlen! Auch wenn deine ersten (gebrauchten) Aero-Aufleger nicht zu 100% passen, weißt du zumindest für später, was du gerne geändert haben möchtest. Alleine diese Erkenntnis ist unendlich viel wert!

Auf Wiedersehen, Sozialleben?

Anfänglich haben einige Triathleten sicher Schwierigkeiten, ihr Trainingspensum mit ihrem Beruf und ihrer Familie zu vereinbaren. Fest steht, dass man als ambitionierter Triathlet sicher nicht das soziale Aushängeschild der Familie sein wird. Irgendwann kommt nämlich bei vielen der Moment, an dem das Training über Beruf und Familie steht. Das beginnt mit Aktiv-Urlauben in Österreich und endet mit Trainingslagern auf Mallorca. Es ist logisch, dass hier irgendwo Zeit für Freunde und Familie verloren geht. Wichtig ist daher, die verbleibende Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen.

Würde ich mein Training ändern?

Natürlich würde und werde ich einige Dinge ändern. Nach Trainingsplan zu trainieren kommt für mich (und auch den Rest des Teams) zurzeit nicht in Frage, obwohl uns strukturiertes Training sicher helfen würde. Aber für uns steht der Spaß an oberster Stelle, weshalb ein fix einzuhaltender Plan hier sicher nicht die beste Idee ist. Natürlich basiert aber auch unser Training auf einer groben Richtlinie.

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Mein erstes Training mit Neopren verlief nicht ganz schmerzfrei. Beim Hochstülpen des Anzugs übersah ich eine Hornisse, die sich aber nach kurzer Zeit bemerkbar machte. Die Stiche an meinem Hintern sind Wochen später noch immer zu sehen 😉

So nutzen wir die Herbst- und Wintermonate überwiegend für das Lauf- und Schwimmtraining, während wir uns im Frühjahr und Sommer auf das Radfahren konzentrieren. Ideal wäre ein konstant ausgewogenes Training aller drei Sportarten, aber wer schafft das schon? In der nächsten Saison möchte ich aber auf alle Fälle der richtigen Ernährung mehr Beachtung schenken. Weiters möchte ich mich wieder stärker dem Alternativtraining widmen. Außerdem steht ein zweiwöchiger Aufenthalt auf Mallorca am Programm. Hier soll der Grundstein für einen guten Start in die Triathlonsaison gelegt werden. Bis zu diesem Jahr hätten wir nämlich nie damit gerechnet, wie stark sich eine 5-tägige Radtour durch Österreich auf unsere Grundkonstitution auswirken kann.


Ausblick

Für uns steht fest, dass unsere Reise noch nicht beendet ist. Der Plan für das kommende Jahr soll uns, unseren nächsten Meilensteinen einen großen Schritt näher bringen. Mit einem Mix aus Laufbewerben, Sprint- und Olympischen Distanzen, soll vielleicht am Saisonende unser erster Marathon, sowie unsere erste Halbdistanz am Programm stehen. Natürlich sind das vorerst nur feuchte Träume, aber wie hat bereits Muhammad Ali gesagt?

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„If my mind can conceive it,
and my heart can believe it,
then I can achieve it.“

© Lukas

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