Roswheel Satteltasche 8L – Testbericht

Expedition Österreich rückwärts! Per Rad von Wien nach Innsbruck. Insgesamt fast 600 km. Im Gepäck nur das Nötigste – alles verstaut in einer Satteltasche von Roswheel mit einem Fassungsvermögen von 8 Litern (lt. Herstellerangabe). Wie sich die Tasche im 5-Tage-Test geschlagen hat erfahrt Ihr hier.


Redaktioneller Hinweis: Die Satteltasche ist sowohl mit 8 Litern, als auch 10 Litern Volumen erhältlich. Im Test befand sich nur die 8 Liter Variante. Die Tasche wurde von mir regulär erworben. Das Testergebnis spiegelt somit nur meine ganz persönliche Meinung wieder.

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Vollgepackt fasst die Roswheel-Tasche 8 Liter. Das reicht für kurze Touren.

Tasche und Verarbeitung

Die Roswheel Satteltasche 8L belastet dein Konto mit 33€, und kostet damit weniger als die Hälfte des Topeak Backloader. Für den angeschlagenen Preis scheint die Verarbeitung der Tasche auf den ersten Blick gut. Die Satteltasche besteht aus einem Beutel mit verstärktem Bodenende. Dieser verleiht der Tasche die nötige Stabilität. Schwere Gegenstände sollten daher am Boden verstaut werden. Der Schwerpunkt liegt damit näher am Sattelrohr. Eine geringer Anfälligkeit zum Pendeln, eine geringer Belastung des Sattelrohrs und ein angenehmeres Fahrgefühl sind die erwünschten Folgen.

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Zwei Verschlussgurte an den Seiten der Tasche dienen zum Schließen der oberen Öffnung.

Die obere Öffnung der Tasche wird aufgerollt und mit zwei Verschlussgurten geschlossen. Einfach, effektiv und dicht. Solange das Außenmaterial nicht durchnässt ist, sollte auch durch den Aufrollverschluss keine Feuchtigkeit nach innen dringen. Lange hält die Tasche aber Regen nicht stand, wie sich bei unserer Fahrt durch Österreich gezeigt hat. Für Einsätze im Regen ist die Tasche daher nicht geeignet. Mit einem wasserdichten Packsack oder einem einfachen Plastiksack wird auch aus dieser Tasche ein geeigneter Reisebegleiter bei Regen.

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Die obere Öffnung wird einfach zusammengerollt. Die Tasche ist zum bersten gefüllt, weshalb die Stelle für das Rücklicht nicht mehr dort ist, wo sie hingehört.

An der Oberseite der Tasche befindet sich noch ein kleines Fach mit Reißverschluss. Viel Platz ist dort nicht, aber für drei Müsliriegel die man schnell zu Hand haben will reicht es aus. Der Schriftzug an der Seite der Tasche ist reflektierend ausgeführt, gut wenn man auch abends unterwegs ist. Für das Rücklicht ist darum eine Montagestelle am aufrollbaren Ende der Tasche vorgesehen. Überladen sollte die Tasche nicht werden, sonst zeigt das Rücklicht nicht nach hinten sondern nach oben.


Montage und erste Probleme

Die Montage der Tasche geht sehr einfach von der Hand. An der Tasche befinden sich zwei Tragegurte, ein Sattelrohrgurt mit Klettverschluss und zwei Verschlussgurte. Die beiden Tragegurte werden unter dem Sattel durchgeführt und mit Steckschnallen geschlossen. Dann noch den Sattelrohrgurt um das Sattelrohr führen, alles festzurren und fertig. Soweit so gut! Was aber immer ein wenig bleibt, ist das Pendeln.

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Die Montage geht schnell und einfach von der Hand. Der breite Klettverschluss hält die Tasche an der Sattelstütze, scheuert aber den Lack ab.

Satteltaschen ansich sind bauartbedingt nur schwer vom Pendeln abzuhalten. Die Roswheel Satteltasche 8L schwingt auch nicht mehr als unser Vergleichsprodukt von Topeak, aber die Belastungen die am Rennrad auf die Tasche ausgeübt werden, führen schon nach kurzer Zeit zu Verschleißerscheinungen. Zu unserem Leidwesen nicht nur an der Tasche selbst, sondern auch am Sattelrohr.

Die Plastikschnalle am Sattelrohrgurt scheuerte wie ein Schleifpapier am Lack der Sattelstütze, bis zum blanken Metall. Weiters begannen sich bereits einige Nähte aufzulösen. Für die gemütliche Fahrt ins Büro mag die Tasche ausreichend dimensioniert sein, zum Rennradfahren ist die Verarbeitung bzw. das Material zu schwach ausgelegt. In der folgenden Diashow ein paar Eindrücke, wie sich die Tasche nach 600 km im Dauertest präsentiert und welche Spuren sie an der Sattelstüze hinterlassen hat.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Tipp: Die Tasche nicht zu voll packen. Die vollen 8 Liter sollten nicht ausgereizt werden. Damit pendelt die Tasche weniger, und man hat länger Freude an ihr. Sehr gut ist auch einen Schutz zwischen Sattelrohr und Tasche anzubringen, damit die Tasche nicht das Sattelrohr zerstört.


Fazit

Roswheel bringt mit seiner 8 Liter Satteltasche ein günstiges Produkt für den gemütlichen Radfahrer auf den Markt. Der Preis von etwa 33€ sowie die einfache und schnelle Montage können überzeugen. Das Packvolumen ist in Ordnung, sollte aber nicht vollständig ausgereizt werden – die Haltbarkeit der Tasche sollte dies sehr wahrscheinlich zuträglich sein. Vom Design recht sportlich, für Rennradfahrer aber nur bedingt geeignet. Mit sportlicher Fahrweise ist die Tasche überfordert. Für Fahrradpiloten die sich gern im Wiegetritt die Berge hochkatapultieren oder etwas zügiger unterwegs sind, können wir die Roswheel Satteltasche 8L nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Für den angeschlagenen Preis erhält man aber eine günstige Satteltasche für den Alltag, die zu gefallen weiß, wenn man pfleglich mit Ihr umgeht.


© Benjamin

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