Testbericht – Alpina Eye-5 Tour VLM+

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Pfrnak [ˈpfʀ̩nak]

Wenn du nicht gerade adeliges Mitglied der Familie Habsburg bist, kennst du diesen Ausdruck vielleicht nicht. Als Pfrnak bezeichnet man einen Zinken oder eine große Nase (siehe: Leopold I Habsburg). Ich besitze zwar keine übertrieben große Nase, habe aber seit jeher ein Problem mit der Passform von Brillen. Dass ich die Brille bei jeder Sportart verwenden möchte, grenzt die Suche natürlich zusätzlich ein. Ob es mir gelungen ist, die eierlegende Wollmilchsau zu finden, erfährst du jetzt.


Alpina Eye-5 Tour VLM+

Nachdem ich unzählige Brillen probiert habe, griff ich (aus mehreren Gründen) zur Alpina Eye-5 Tour VLM+. Mit rund 100€ gehört sie ins preisliche Mittelfeld. Die Konkurenz in diesem Bereich ist groß, aber was zeichnet die Brille mit der unsagbar langen Produktbezeichnung aus?

Alpina Hersteller
Eye-5 Tour Modellbezeichnung
VL Varioflex
M Mirror
+ Fogstop

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Features

Laut Hersteller überzeugt die Brille mit folgenden Features:

  • Varioflex
  • Side Protection
  • Optimized Airflow
  • 2 Component Design
  • Fogstop
  • Case inclusive
  • Cold Flex
  • Adaptable Nosepad

Leider kennen wir das alle nur zu gut: Hersteller versprechen vieles, aber was davon können sie wirklich halten? Ich werde deshalb Punkt für Punkt die Feature-Liste abarbeiten und meine Praxiserfahrungen mit den Angaben des Herstellers vergleichen.


Varioflex

Verschiedene Lichtverhältnisse erfordern verschiedene Glaseigenschaften. Am Gletscher soll das Brillenglas dunkler sein als im schattigen Wald. Exakt dafür wurde Varioflex entwickelt. Diese Brillentechnologie beschreibt die Fähigkeit, dass sich die Brillengläser selbst abdunkeln bzw. aufhellen. Wichtig dabei ist, dass nicht jedes Glas alle Filterschutzstufen abdecken kann. Es wird zwischen folgende Schutzstufen unterschieden:

Schutzstufe Lichtdurchlässigkeit [%] geeignet für:
S0 80-100 leichter Lichtschutz
S1 43-80 guter UV-Schutz
S2 18-43 Stadt (Mitteleuropa)
S3 9-18 helle Wasserflächen, Sand, Hochgebirge
S4 3-9 Gletscher

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Die Alpina Eye-5 Tour VLM+ deckt von S1-S4 beinahe alle Schutzstufen ab. Das bedeutet, dass ich diese Brille ohne Probleme bei Hochtouren am Gletscher, als auch beim Fahrradfahren in der Dämmerung verwenden kann. Das hört sich in der Theorie vielversprechend an, in der Praxis ist es noch viel besser!
Die Brille tönt innerhalb weniger Sekunden ab. Das Aufhellen dauert ein wenig länger. Da sich auf meinen Trainingsradstrecken Licht und Schatten nicht abrupt ändern, stört mich diese Zeitverzögerung nicht. Ich genieße diesen Effekt primär deshalb, weil ich oft am Nachmittag bei Sonnenschein meine Radrunde beginne, sie allerdings erst in der Dämmerung beende. Unter solchen Bedingungen hat die Brille schon oft (Achtung: Wortwitz 😉 ) brilliert!
Wie bereits auf den Bildern erkennbar, sind die Gläser verspiegelt. Das hat einen grundlegenden Einfluss auf die Ästhetik der Brille. Allerdings werden dadurch auch Reflexionen (z.B. durch Wasser oder Schnee) gut abgefangen.


Side Protection

Bei Hochtouren gibt es noch zusätzliche Einsätze, die seitlich eindringendes Streulicht von den Augen fernhalten sollen. Bauartbedingt dringt jedoch zwischen Rahmen und Hautoberfläche nachwievor etwas Licht ein. Es ist also kein vollwertiger Gletscherbrillenersatz, für die meisten meiner Gletschereinsätze reicht es aber allemal. Das Sichtfeld engen diese Einsätze kaum ein, da mein Blickwinkel nicht soweit an den Brillenrand reicht.

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Fogstop

Diese Gummieinsätze für den Brillenrand trage ich nur bei Hochtouren, ansonsten bleiben sie zuhause. Dadurch erreiche ich nämlich eine bessere Luftzirkulation rund um die Brillengläser. Die Brillengläser sind zwar mit einer Fogstop-Beschichtung versehen, wie bei allen Brillen verhindert das ein Anlaufen der Gläser nicht immer. Man muss der Brille aber zugute halten, dass sie nur unter Extrem-Bedingungen beschlägt. Zum Beispiel am Gletscher, wenn ich, mit dem Gesicht zum Boden gewandt, langsam vor mich hintrotte. Beim Radfahren oder Laufen konnte ich ein Beschlagen der Brille noch nicht feststellen.


Cold Flex & Adaptable Nosepad

Beide Begriffe beschäftigen sich mit der Passform. Cold Flex bedeutet, dass die Bügelenden kalt verformbar sind. Das Adaptable Nosepad beschreibt flexible Nasenbügel.
Ehrlich gesagt glaube ich, dass diese Brille auf jeden Kopf passt. Die Anpassungsmöglichkeiten sind extrem vielfältig und leicht durchführbar. Einmal eingestellt, sitzt die Brille bombenfest am Kopf. Anfangs bekam ich nach mehreren Stunden Druckstellen durch die Bügelenden. Durch eine erneute Feinadjustierung war dieses Problem aber schnell gelöst. Also an der Passform kann es (meiner Meinung nach) definitiv nicht scheitern.

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2 Component Design

„Die Kombination aus harter Fassung und weichem Material“ – So beschreibt der Hersteller dieses Feature. Meines Erachtens ist diese Aussage wenig informativ. Bevor ich jetzt hier die Materialeigenschaften beschreibe möchte ich mich gerne auf die grundlegenden Dinge konzentrieren. Für den Konsumenten bedeutet das: Haptik & Geometrie des Rahmens.
Die Brille fühlt sich in der Hand hochwertig an und erweckt den Eindruck, als könnte sie auch einiges wegstecken. Bedenken bezüglich der Qualität kann ich also keine äußern.
Die Geometrie des Rahmens war für mich definitiv wichtig. Gerade als Radfahrer wird man mit vielen verschiedenen Rahmenvariationen konfrontiert. Die Hersteller bemühen sich um ein möglichst großes Sichtfeld. Da gibt es Brillen ohne Rahmen, Brillen bei denen der Nasensteg als Brillenglas ausgeführt ist, Brillen ohne Rahmen an der Unterseite der Gläser und viele mehr. Und dann gibt es eben Brillen mit kompletter Glasumrandung – so wie die Alpina Eye-5 Tour VLM+.
Natürlich möchte man so wenig Sichteinschränkung wie möglich. Als ich allerdings die drei verschiedene Modelle zeitgleich testen konnte, wurde mir klar, dass der Unterschied der verschiedenen Glasumrandungen verschwindend gering ist. Ein voll eingerahmtes Brillenglas ist natürlich besser geschützt als ein Brillenglas ohne Rahmen. Aus diesem Grund war für mich die Rahmengeometrie der Alpina Eye-5 Tour kein Ausschlusskriterium.


Fazit

Die Brille beschlägt nur in Ausnahmesituationen. Sie dunkelt selbstständig ab und lässt sich zeitgleich in der Dämmerung verwenden. Durch die Rahmengeometrie ist sie robust und der Rahmen schränkt das Sichtfeld nur minimal ein. Sie ist mein Begleiter beim Triathlontraining sowie beim Bergsteigen. Was will man mehr?

Ich habe zuvor Julbo, Oakley und Adidas Brillen probiert. Keiner dieser Hersteller konnte mich in gleicher Weise überzeugen, wie Alpina. Vor allem nicht bei diesem Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Preis für diese Brille ist mehr als gerechtfertigt. Immerhin ist sie: 3 Sportbrillen in Einer!

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© Lukas

3 Kommentare zu „Testbericht – Alpina Eye-5 Tour VLM+

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