Salewa Fusion -8 Hybrid – Ersteindruck

Die gefühlte Außentemperatur liegt knapp über dem Gefrierpunkt. Ich schlüpfte mit meinen kalten durchnässten Füßen voraus in den Schlafsack, über die ich noch frische Socken gezogen hatte. Meine erfrorenen Finger schließen den Reißverschluss bis oben hin. Und dann tat ich nichts. Ich wartete. Wartete auf den Moment als sich die Wärme im Schlafsack auszubreiten begann und meine Glieder wieder mit Leben füllte.


Außenhülle und Passform

Der Salewa Fusion -8 Hybrid ist ein Schlafsack für tiefe Temperaturen. Sein Temperaturlimit liegt lt. Hersteller bei -8 °C Außentemperatur. Die Komfort-Temperatur bei etwa -3 °C. Wie ich selbst feststellen konnte, funktioniert der Salewa bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch ausgezeichnet. Der Schlafsack umhüllt den Körper vollständig mit seiner Mumienform. Die Passform ist gut, die Außenhülle lässt sich aber nicht sehr stark dehnen. Das Anwinkeln eines Knies ist darin nicht möglich. Das schränkt ein wenig die Bewegungsfreiheit ein, empfinde ich aber nicht als sehr störend.

DSC06529

Die Kapuze ist gut geschnitten und die Dämmung in diesem Bereich sehr gut. Man erkennt, dass hier mehr Füllmaterial eingearbeitet ist als am Torso. Etwas unglücklich finde den gewählten Kordelzug, um die Kapuze um den Kopf herum zusammenzuziehen. Vorteil: Der Schnurzug kann gut mit einer Hand bedient werden. Nachteil: Er lockert sich nach einer Weile. Kalte Außenluft dringt ein, und man muss nachziehen, um den Spalt wieder zu schließen.

DSC06538

Diesen Umstand kaschiert der gut funktionierende Wärmekragen. Er verhindert, dass kühle Luft tiefer in den Schlafsack vordringt. Die Füße sind ebenso wie der Kopf besser gedämmt – sehr gut.

DSC06541_KLEIN

Ausgestattet ist der Salewa mit einem Zwei-Wege-Reißverschluss. Dieser kann von innen als auch von außen angenehm bedient werden. Der Reißverschluss wird an der Innenseite mit einem gedämmten Streifen abgedeckt (Isolationsleiste). Mir kommt vor, diese ist ein wenig zu kurz geraten. In der Aufheizphase merkt man deutlich wie die Wärme durch den Reißverschluss verloren geht. Dieser stellt die größte Wärmebrücke der Außenhülle dar. Sobald aber alle Innenoberflächen Körpertemperatur haben, merkt man davon kaum etwas. Komplett aufgezippt kann der Schlafsack auch als Decke verwendet werden.

Einschub Wärmebrücke: Der 2. Hauptsatz der Thermodynamik lehrt uns das der Energietransport immer von „viel zu wenig“ oder „warm zu kalt“ vonstatten geht. Eine heiße Tasse Tee gibt seine Wärme daher immer an die kältere Umgebungsluft ab – er kühlt ab. Solange bis der Tee die gleiche Temperatur hat wie die Luft um ihn herum. Aus diesem Grund werden Schwachpunkte, in denen Wärme nach Außen abfließt, auch Wärmebrücken genannt, und nicht Kältebrücken.


Füllung

Die Außenhülle hat sehr gute Dämmeigenschaften. Gefüllt ist diese mit einer Mischung aus Gänsedaune und feuchtigkeitsunempfindlicher Primaloft-Kunstfaser. Das Mischungsverhältnis ist 50:50. Lt. Hersteller handelt es sich dabei um eine „90/10 Daune mit bis zu 700 Cuin“, das bedeutet das 90g Daune und 10g Federn verarbeitet sind. Je mehr Daune im Verhältnis zu Federn desto besser, aber desto teurer, weil das Trennen sehr aufwendig ist. Oft geschieht das unter fragwürdigen Verhältnissen. Mit dem RDS Zertifikat garantiert Salewa das die Daunen aus Betrieben mit ethisch einwandfreier Haltung stammen.

DSC06533

Aus dem Englischen stammt der Begriff „Cuin“ = cubic inches. Er gibt an wie gut sich die Daune wieder ausdehnt, nachdem sie zusammengedrückt wurde. Die Luft zwischen den Daunen ist maßgebend für die Dämmeigenschaften von Daune, daher ist der Cuin-Wert wichtig für die Qualität. Je höher der Cuin-Wert desto besser dehnt sich die Daune wieder aus und desto besser die Dämmung. Etwas stutzig macht mich Salewa mit der Angabe: „bis 700 Cuin“. Brauchbar sind Daunen ab etwa 500 Cuin. Spitzenmodelle haben Daunen mit über 800 Cuin. Wie gut die Daunen also wirklich sind, wird der Langzeittest verraten. Hält der Schlafsack auch in Zukunft warm, passt die Qualität der Daunen.

Sehr wichtig ist deshalb die Lagerung und Pflege von Daunenschlafsäcken. Salewa legt zusätzlich einen großen Beutel für die Lagerung bei, zusätzlich zum kleinen, komprimierbaren Packsack. Im gestauchten Zustand den Schlafsack nie länger als nötig transportieren und schon gar nicht lagern. Genauere Infos, wo die wesentlichen Vor- und Nachteile der Daune im Vergleich zur Kunstfaser liegen, könnt Ihr hier nachlesen.

DSC06522

Einen kleinen Vorteil hat die Daune zur Kunstfaser: Sie ist etwas leichter. Insgesamt bringt der Salewa Fusion -8 Hybrid rund 1000 Gramm auf die Waage. Gewogen auf meiner Küchenwaage ohne Packsack. Zusammen mit dem Packsack und dem größeren Aufbewahrungsbeutel kommt das Paket auf etwa 1200 g. Immerhin 400 g (netto) bzw. 200 g (brutto) weniger als der Deuter Exosphere -4 aus unserem Langzeittest.


Vergleich

Preislich bewegt sich der Salewa Fusion -8 Hybrid (ab ca. 250 € erhältlich) etwas über dem Deuter Exosphere -4 (im Preisvergleich ab ca. 150 €). Er wiegt etwas weniger und ist lt. Hersteller für einen etwas niedrigeren Temperaturbereich geeignet. Ein Farbschema gibt bei Salewa an für welche Temperatur der Schlafsack geeignet ist. Rot steht beispielweise beim Fusion für -8°C. Weitere wären Orange (-14°C), Grün (-2°C) und Blau (+4°C). Beim Packmaß unterscheiden sich die beiden jedoch kaum. Schnell und einfach lässt er sich verstauen, das steht fest. Eingepackt werden ø22 cm x 40 cm Raum beansprucht, komprimiert nur mehr ø22 cm x 30 cm.

Verarbeitet ist der Schlafsack meiner Ansicht nach ausgezeichnet. Die Nähte sind sauber und verlaufen gerade. Der Reißverschluss gleitet geschmeidig und hakt nicht. Die Außenhülle aus Ripstop Nylon erscheint strapazierfähig. Der Dauertest wird es zeigen. Die Innenseite fühlt sich angenehm an. Dazwischen befindet sich die Hybrid-Füllung in mehren H-Kammern. Die Außen- und Innenwand ist alle 15 cm durch Stege getrennt.

DSC06539


Zwischenfazit

Nach nur einem Ausflug in die Welt der Träume mit diesem Schlafsack kann ich noch kein endgültiges Fazit ziehen. Dieses eine Mal war aber schon sehr vielversprechend. Geringes Gewicht in Kombination mit der Eignung für Temperaturen um den Gefrierpunkt für einen fairen Preis – das bietet der Salewa Fusion -8 Hybrid. Wenn die Qualität der Daune im Dauertest überzeugen sollte, kann ich eine vorbehaltlose Kaufempfehlung aussprechen.

Anmerkung: Dieses Produkt habe ich selbst erworben und wurde mir nicht vom Hersteller zu Verfügung gestellt. Dieser Ersteindruck stellt meine persönliche Meinung dar.


© Benjamin

Ein Kommentar zu “Salewa Fusion -8 Hybrid – Ersteindruck

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s