Nordalpenweek – Lukas Eindrücke und Fazit

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„Pull before flight“ – Hochgradig motiviert saß ich im Zug in Richtung Payerbach-Reichenau. Das Projekt konnte beginnen! Falls du noch nicht weißt, wie unsere 2-tägige Trekkingtour verlief, dann lies dir hier den Bericht darüber durch.
Für alle anderen gibt es hier und heute mein persönliches Fazit!

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Ich werde in meinem Fazit auf drei verschiedene Bereiche näher eingehen:

  • Planung
  • Equipment
  • Durchführung

Was würde ich im Nachhinein ändern? – Vieles!

Warum? – Das erkläre ich dir jetzt. Lass uns nun deshalb zum ersten Unterpunkt kommen:


Die Planung

Da wir ein Projekt wie dieses zum ersten Mal geplant haben, war uns bewusst, dass zu viele Faktoren zu einem Scheitern führen können. Nichtsdestotrotz wollten wir uns davon nicht abschrecken lassen und haben versucht, eine Tour zu planen, die uns sicherlich einiges abverlangen wird.

Ich würde jetzt die Route sicher anders planen. Welche Geschwindigkeit ist (v.a. in Anbetracht der Höhenmeter) realistisch? Welche Witterungsumstände lassen welche Geschwindigkeit zu? – Dazu später mehr.

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Wichtig ist auch, dass man sich bereits im Vorfeld informiert, wo Notausstiegspunkte vorhanden sind. Immerhin mussten wir zweimal auf ebensolche zurückgreifen. Der eigentliche Plan sah nämlich vor, dass wir vom Schneeberg über den Fadensteig absteigen. Bei Windböen und mächtig Schnee wurde diese Abstiegsvariante schnell über Bord geworfen und wir wählten eine leichtere, dafür aber längere Variante. Der zweite Notausstieg wurde verletzungsbedingt in Anspruch genommen – der Bahnhof Miesenbach.

Mindestens genauso wichtig wie die Notausstiegspunkte, sind Übernachtungsmöglichkeiten. Habe ich überall genügend Platz, mein Zelt aufzustellen? Hierbei helfen dir Höhenschichtlinien. Sie verraten dir, wie steil das Gelände ist, in dem du unterwegs sein wirst. Es gilt, je enger diese Linien beisammenliegen, desto unwahrscheinlicher ist es, einen geeigneten Platz für dein Zelt zu finden. Überlege dir daher, was du tust, wenn du zum Beispiel ein Etappenziel nicht erreichen solltest? Gibt es andere Übernachtungsmöglichkeiten am Weg bis dorthin?

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Wo kannst du deine Vorräte auffüllen? Suche dir Supermärkte, Hütten (Achtung: viele Hütten öffnen erst bei wärmeren Temperaturen) bzw. Wasserquellen, bei denen du deine Flüssigkeits- und Nahrungsvorräte wieder aufstocken kannst. Bei der Frage, was sich lohnt aufgestockt zu werden, möchte ich in den nächsten Unterpunkt überleiten:


Das Equipment

Wer meine Packliste gesehen hat, hat sich zu Recht erschrocken!
15,5kg für zwei Tage wandern? Das muss besser gehen! – Geht es auch 😉
Grundlegende Dinge, wie Zelt, Unterlagsmatte und Schlafsack würde ich zwar wieder so mitnehmen, aber es gab einige Dinge die sich als komplett nutzlos bzw. überflüssig erwiesen.

Wer bei Rucksack, Zelt, Unterlagsmatte und Schlafsack Gewicht sparen will, muss bereits beim Kauf auf viele Dinge achten. Leider ist die Kombination aus geringem Gewicht und maximalem Komfort nicht gerade die preisgünstigste Variante. Aufgrund der Packmaße meines Zelts und meines Schlafsacks, blieb mir keine andere Möglichkeit, als den größten Rucksack meines Sortiments zu nehmen. Daraus resultiert ein Grundgewicht, hervorgerufen durch Rucksack, Schlafsack, Zelt und Unterlagsmatte, von ca. 8,5kg.
Das bedeutet, dass ich alleine mit meinen Wasservorräten (mind. 2 Liter) bereits über 10kg Gepäck transportieren muss.

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Wo kann ich denn jetzt wirklich Gewicht sparen? Das kann man bei Hygieneartikel, Lebensmitteln und Kochutensilien tun. Es hat sich gezeigt, dass der Mensch bei einer 2-tägigen Wanderung nicht viel mehr als Schokoriegel, Gummibärchen und Wasser benötigt. Den Rest würde ich beinhart zuhause lassen! Und schon hat man das Gewicht für Kochgeschirr, Gaskocher, Zutaten, usw. gespart.

Für wirklich wichtig halte ich hingegen trockene und zugleich warme Kleidung. D.h. je nach Jahreszeit können das Lange Unterwäsche, Handschuhe, Haube oder eben nur ein frisches T-Shirt sein. Diese Dinge wiegen üblicherweise nicht viel, hauchen einem erschöpften Körper jedoch frisches Leben ein. Und ein frischer Körper hält definitiv länger durch, wodurch wir beim letzten Punkt angelangt wären:


Die Durchführung

Bei guten Wetterverhältnissen und leicht hügeligem Gelände kann man mit einer Geschwindigkeit von ca. 4-4,5km/h rechnen. Hierbei legt man ca. 200-300 Höhenmeter pro Stunde zurück. Das sollte man, wie bereits oben erwähnt, berücksichtigen. Dadurch kann man entspannt 12 Stunden am Stück wandern. Wenn man von Beginn an das Tempo niedrig hält, kommt man nicht in den anaeroben Stoffwechselbereich und hält die Muskeln dadurch frisch. Deshalb achte immer auf ein spürbar gemäßigtes Gehtempo zu Beginn deiner Tour. Zum entspannten Gehen gehören meiner Meinung auch die richtigen Schuhe!

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Wer sich fragt, ob mein Schuhwerk die richtige Wahl war? – Ja absolut!
Ich trage Trailrunningschuhe der Firma Dynafit. Das fehlende Gore-Tex Membran stört mich dabei in keinster Weise. Es gab exakt eine Situation, in der ich mich Schuh-bedingt unwohl gefühlt habe. Am Gipfel des Schneebergs war die Schneedecke an manchen Stellen derartig vereist, dass ich mit meinen Schuhen keine ordentlichen Tritte mehr schlagen konnte. In dieser Situation hatte Benjamin mit seinen bedingt-steigeisenfesten Schuhen definitiv einen Vorteil (danke nochmal fürs Spuren). Abgesehen von dieser Situation war ich mit den Schuhen aber immer gut gerüstet.
Im Schnee werden einfach Obstsackerl über die Socken gezogen – so bastle ich mir mein Gore-Tex selbst! Wichtig: frische Einlagesohlen mitnehmen! Zumeist trocknet das Obermaterial der Schuhe schneller als die Einlagesohlen. Deshalb pack dir einfach ein trockenes Paar ein und schon ist der Schuh am nächsten Tag wie neu 😉

Um den Gehkomfort zu steigern gibt es einen weiteren Tipp: Trekkingstöcke.
Gerade bei Touren mit schwerem Gepäck würde ich mir immer Trekkingstöcke mitnehmen. Das schont beim Bergabgehen die Knie und hilft in windigen Situation das Gleichgewicht zu halten. Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass man bei bestimmten Zelten die Trekkingstöcke als Zeltgestänge verwenden kann – das spart zusätzlich Gewicht. Damit du dein Zelt allerdings nicht im Dunkeln aufbauen musst, gehört eine Stirnlampe in jeden Rucksack.

Achte bei deinen Wanderungen darauf, dass du deinem Körper in regelmäßigen Abständen Nahrung und vor allem Flüssigkeit zuführst. Ich persönlich brauche üblicherweise einmal in 2 Stunden einen Schokoriegel oder eine Hand voll Gummibärchen. So bekomme ich keinen sogenannten Hungerast und mein Körper bekommt regelmäßig Energie. Wichtig in diesem Fall ist, dass die Energie dem Körper schnell zur Verfügung steht. Wähle daher keine Lebensmittel, die eine Ewigkeit brauchen bis sie verstoffwechselt wurden. Wichtiger als die Zufuhr von Nahrung ist das regelmäßige Trinken. Hierbei helfen Trinkblasen oder Trinkschlauchaufsätze für PET-Flaschen. Man trinkt automatisch regelmäßiger und mehr, wenn das Getränk einfach zu erreichen ist. Mit ebendiesen Trinksystemen ist diese einfache Erreichbarkeit gesichert. Falls du eher zu der Sorte Mensch gehörst, die jetzt schon wieder vergessen hat, wie die Überschrift dieses Artikels lautet, dann probier folgendes mal aus: Stell dir einfach einen 1,5-Stunden-Timer auf deinem Handy oder deiner Sportuhr – bei jedem Läuten bleibst du stehen und legst eine Pause zum Essen und Trinken ein.

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Falls du doch noch wusstest wie die Überschrift dieses Artikels lautet, dann bist du wohl schlauer als ich 😉
Vor allem hast du dier den Titel bis zum Schluss des Textes gemerkt – der ist hier nämlich erreicht. Falls du noch wertvolle Informationen für andere Leser zur Verfügung stellen kannst, dann tu das in den Kommentaren. Ansonsten wünsche ich dir viel Spaß bei deiner nächsten Trekkingtour, du #tekkinglauch! Vielleicht kannst du dich ja an die eine oder andere Information aus diesem Artikel erinnern.

PS: Der Titel dieses Artikels lautet „Nordalpenweek  – Lukas Eindrücke und Fazit“
Den merkt sich wahrscheinlich niemand… 😉


© Lukas

2 Kommentare zu „Nordalpenweek – Lukas Eindrücke und Fazit

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