Nordalpenweek – Benjamins Eindrücke und Fazit

Ich komme wieder, dass steht fest. Mit mehr Erfahrung und weniger T-Shirts, Hosen, Schuhen, Socken… ja weniger von fast allem. Wie es uns am Nordalpenweg ergangen ist hat Ihr vielleicht schon in unserem Bericht Nordalpenweek #1 – Anders als erwartet… gelesen. Hier folgen meine persönliche Eindrücke zur Tour:

Naturerlebnis

Die von uns gewählte Route war ambitioniert, und auch deshalb so schön – zumindest an Tag zwei. Tag eins war für mich ja eher ein Blindflug, dank meiner Brille. Der Schneeberg machte seinen Namen alle Ehre. Er begrüßte uns oben mit jeder Menge Schnee und Nebel, die der starke Wind in unsere Gesichter peitschte. Das Halstuch bis knapp unter den Brillenrand gezogen, stapfte ich die meiste Zeit den Fußspuren meines Kollegen hinterher. Jeder Atemstoß kondensierte an den Brillengläsern und erschwerte mir die Sicht weiter, als wäre die ohnehin schon trübe Nebelsuppe nicht genug. Aber unaufhörlich schritten wir von einem Holzstab zum nächsten voran. Mit sonst keiner anderen Möglichkeit uns zu Orientieren, bahnte wir uns den Weg auf die andere Seite des Schneebergs, bis sich vor uns die Fischerhütte im Nebel abzeichnete. Der von Schnee gefüllte Vorraum der Hütte wurde zu eine wohltuenden Zwischenstopp. Dort konnten wir dem Wind entfliehen, nachdem wir die Eingangstüre freigeschaufelt hatten.


Genieße den Moment

Diesen Moment, als ich meine kalten Finger ein wenig an der Flamme des Gaskochers wärmen konnte, auf dem sich gerade eine Tasse Wasser aufheizte, werde ich immer im Herzen tragen. Sind es genau diese einfachen Dinge, die man wieder als besonders war nimmt. Fernab vom Trubel der Großstadt, merke ich in solchen Situationen wie wenig man wirklich braucht und wie dankbar ich für alles sein kann.

Bewusst wurde mir dies nochmal einige Stunden später, als wir beide auf der Mamauwiese unser Zelt aufschlugen. „Rein in den warmen Schlafsack,“ dachte ich „und noch etwas essen!“ Das machte mich in diesem Moment schon sehr glücklich.

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Weniger glücklich stimmte mich der Umstand, das ich im Schlafsack liegend ein wenig Schmerzen im Knie verspürte. Das Herablaufen vom Schneeberg mit dem schweren Rucksack hatte diese ausgelöst. Wie ich später zurück in Wien herausfinden sollte (Danke T für deine Diagnose), handelte es sich dabei um ein bekanntes Schmerzsyndrom bei Läufern – das:

Läuferknie oder Ilio-Tibiales Bandsyndrom (ITBS)

Hier eine kurze ErklärungSchmerzen treten vor allem deswegen auf, weil der Tractus an der Gelenksvorwölbung (= Epikondylus) des Oberschenkels reibt, wie ein Seil an einer Felsenkante. Dies kann vor allem bei Langstrecken- und Bergläufern zu Überlastungen und Reizzuständen der Beinhaut und des Schleimbeutels führen. Besonders häufig tritt das ITBS nach längerem Bergablaufen auf – es ist aber ein Schmerzsyndrom, das vielen Langstreckenläufern schmerzlich bekannt ist. 

Nichtsdestotrotz startete der nächste Tag wunderbar. Das Wetter war auf unserer Seite. Der blaue Himmel und der strahlende Sonnenschein, spornte uns an. Bis zum Berggasthof Öhlerschutzhaus kamen wir gut voran, aber nicht schnell genug um unser hoch gestecktes Ziel Wien zu erreichen. Dies mussten wir bereits dort feststellen. Leider wurden meine Knieschmerzen nur schlimmer. Einige Kilometer später endete unsere Reise in Miesenbach, mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Einerseits ist das Ziel verfehlt nach Wien zu gehen, andererseits haben wir sehr viel gelernt, auch über uns selbst.

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Viel Gelernt

Was bleibt sind zwei ereignisreiche Tage, mit Höhen und Tiefen – und jede Menge Erkenntnisse für die Zukunft. Meine Packliste aus Nordalpenweek #2b – Die Packliste werde ich massiv überarbeiten. Im Vordergrund muss wenig Gepäck stehen, um möglichst rasch voran zu kommen. Und weniger Gewicht belastet auch mein Knie weniger beim Bergablaufen.

Ich für meinen Teil packe beim nächsten Anlauf nur das unbedingt nötigste ein und würde in einer Hütte übernachten. Schlafsack, Schlafmatte, Zelt, usw. entfallen. Außerdem kann für zwei Tage sehr einfach auf Gaskocher, Besteck und Kochgeschirr verzichtet werden.

Welche Erfahrungen habt ihr in der Natur gemacht und bemerkt wie wenig man braucht? Hinterlasst ein Kommentar, wir freuen uns. #lauchPur #NaturLauch


© Benjamin

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