Der Asics Gel-Kayano 22 – Ersteindruck

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Die Zeit war reif für einen neuen Schuh – den Asics Gel-Kayano 22

Eine sehr lange Zeit hat mich mein Asics GT-2160 beim Training und bei Wettbewerben begleitet. Aber nach unzähligen Kilometern auf unterschiedlichsten Untergründen, war an eine Dämpfung beim Laufen nicht mehr zu denken. Dies fiel mir allerdings erst auf, als beim Probieren eines anderen Laufschuhs der Aha-Effekt eintrat. „Hey, warum ist das so weich?“ kam es mir in den Sinn. Mein Schuh hatte also schon längst seine Lebensdauer überschritten, ein Nachfolger musste her: der Asics Gel-Kayano 22.


Viel Geld für viel Schuh?

Der Kayano ist definitv eines der High-End Modelle im Asics Universum. Hierfür muss man tief in die Tasche greifen: ca. 180€ wechseln dabei den Besitzer!
Aber gilt auch hier, wie so oft im Triathlon, das Sprichwort „Viel (Geld) hilft viel!“?

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Wie schon der Asics GT-2160 ist der Asics Gel-Kayano 22 ein Stabillaufschuh. Er ist also besonders für Überpronierer, wie mich, geeignet. Das bedeutet, dass dein Innenknöchel bei jedem Schritt nach innen einknickt. Hier hilft dir der Schuh mit einer sogenannten Pronationsstütze an der Innenseite deines Fußgewölbes. Da ich über mich weiß, dass ich über längere Distanzen eine Unterstützung im Mittelfußbereich gerne habe, schätze ich dieses typische Asics-Laufgefühl. Hinzu kommt das überaus bekannte Muster: Reinsteigen und Wohlfühlen!

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Der Asics-Kayano besticht bereits seit Generationen mit einer genialen Passform. Solltest du noch nie einen Kayano probiert haben, dann wird es vielleicht Zeit!


Wie schlägt sich der Kayano nun in der Praxis

In den meisten Belangen kann der Kayano den GT 2160 in die Schranken weisen: der Grip auf unterschiedlichen Belägen ist immer ausgezeichnet, die Dämpfung bei diesem Schuh ist besser als sie beim GT-2160 jemals war und er ist mit 320 Gramm (bei Schuhgröße 45) um 20 Gramm leichter. Wobei hier erwähnt werden muss, dass zwischen den beiden Modellen rund 5 Jahre Entwicklungszeitraum liegen. Grundlegend muss der Kayano nämlich eher als Schwergewicht unter den Laufschuhen eingestuft werden. Ich muss beim letzten Punkt gestehen, dass mich das hohe Gewicht kaum stört. Immerhin will ich einen Schuh für lange Ausdauerläufe und keine neue Bestzeit auf die 5km-Distanz. Und die gewünschte Unterstützung bei langen Ausdauerläufen gibt es leider nur in Verbindung mit dem zusätzlichen Gewicht. Diesen Kompromiss muss man wohl eingehen. Aber hey, schwerere Schuhe verbessern den Trainingseffekt 😉


Ein Ding wäre da noch…

Viele Aussagen in diesem Beitrag können von mehreren Teammitgliedern bestätigt werden, der folgende Absatz gehört nicht dazu. Hierbei handelt es sich um eine individuelle Problematik, die allerdings nicht unerwähnt bleiben sollte.
In einem mir wichtigen Punkt ist der Kayano nämlich unterlegen: bei der Schnürform. Die Schuhzunge in Verbindung mit den Schuhlöchern und dem Schnürsenkel sollen dafür sorgen, dass der Fuß fest und satt mit dem Schuh verbunden ist. Im optischen Vergleich kann kein nennenswerter Unterschied bei der Schnürung zwischen den beiden Modellen festgestellt werden. Was beim „alten“ Modell nie ein Problem war, ist es aber beim Kayano.
Beide Schuhe haben dieselbe Schuhgröße. Der Abstand meiner Zehen zum vorderen Rand des Schuhes ist bei beiden ident. Beim Kayano kommt es aber sehr oft vor, dass sich meine zweite Zehe bemerkbar macht. Es fühlt sich an, als würde der Schuh drücken. Dies passiert, soweit ich das feststellen konnte, beim Vorgang des Abstoßens. In dieser Phase der Laufbewegung wirkt beim Überpronierer die größte Belastung auf die inneren Zehen. Hierbei habe ich das Gefühl, dass der Fuß zu wenig Bewegungsfreiheit in der Zehenbox hat.

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Das Obermaterial halte ich nicht für den Grund, jedoch fällt mir auf, dass die Schnürsenkel beim Kayano elastischer sind, als beim GT 2160 beziehungsweise, dass die Zehenbox sehr niedrig ist.
Ich vermute an einer der beiden Stellen das Problem. Falls du auch schon ähnliche Probleme hattest, gib uns in einem Kommentar Bescheid, ob bzw. wie du sie gelöst hast.
Ich werde definitiv jetzt mal weniger elastischere Schnürsenkel probieren und dich auf dem Laufenden halten!

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Fazit

Alles in allem ist der Asics Gel-Kayano 22 ein sehr guter Laufschuh, wenn auch nicht ganz günstig. Grip, Dämpfung und Passform sind meiner Ansicht nach sehr gut. Das Gewicht ist im Vergleich zu anderen aktuellen Modell etwas hoch, allerdings ist das für einer Schuh seiner Kategorie in Ordnung, bietet er doch ein hohes Maß an Stabilität und Dämpfung. Finde ich auch noch den Grund für die kleinen Irritationen meiner zweiten Zehe kann ich diesen Schuh uneingeschränkten Gewissens weiterempfehlen.

Update: Die Probleme im Bereich der Zehenbox lösen sich innerhalb kürzester Zeit in Luft auf. Beide, unserer Tester, konnten feststellen, dass das Obermaterial weicher/elastischer wird, wodurch auch kein Druck mehr auf die Zehen entsteht.

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© Benjamin

3 Kommentare zu „Der Asics Gel-Kayano 22 – Ersteindruck

  1. Das Problem mit der zweiten Zehe kenne ich nur zu gut. Folge: ich hab mir eine Entzündung eingehandelt, direkt am Zehenansatz, die nun nicht weggehen will. Schuld leider Gottes war genau dieses Problem mit dem Kayano. Das dann in einem Marathon zu ignorieren sollte man tunlichst unterlassen. Lösung? hab ich noch keine…außer mich nicht mehr getraut den Schuh anzuziehen, obwohl ich den Kayano schon ewig laufe. Nur war dieses Problem bei den Vorgängermodellen nicht der Fall! *seufz*

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    1. Liebe Verena,
      danke für dein Feedback! Deine Probleme mit dem Schuh tun uns natürlich leid, leider können wir aber selbst auch ein Lied davon singen. Eine Lösung für das Problem mit der niedrigen Zehenbox haben wir leider auch noch nicht gefunden. Blasen nach dem Laufen an der zweiten Zehe gehören daher zum Alltag. Wir konnten aber bereits das neue Modell testen, da konnten wir die Problematik nicht feststellen. Wie du bereits erwähnt hast, ist es seltsam und zugleich äußerst schade, weil bei den Vorgängerversionen des Kayanos diese Problematik nicht vorhanden war.
      Wir wünschen deiner Zehe alles Gute und verbleiben mit den besten Grüßen! 🙂

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