Adidas Ultra Boost – Testbericht

20170324_153456

Jeder hat so sein ganz spezielles Lieblingsmodell unter den Laufschuhen. Durch meine Tätigkeit als Sportartikelverkäufer konnte ich bereits viele Modelle testen und nur wenige konnten mich zur Gänze überzeugen. Ob der Adidas Ultra Boost einer von ihnen ist, kannst du hier herausfinden.

IMG_20170325_105611_503

Wie schlägt sich der Ultra Boost im Alltag?

Zugegebenermaßen hätte ich mir diesen Schuh nie selbst gekauft (v.a. nicht in dieser Farbe), er wurde mir von meinem ehemaligen Arbeitsgeber geschenkt. Ich musste dafür den Schuh während der gesamten Arbeitszeit tragen. Das bedeutet, dass ich mit diesem Schuh tagelang durchgehend auf den Beinen war. Des Weiteren bedeutet das aber auch, dass meine Füße als wandelndes Werbebanner missbraucht wurden. Das knickt sie nachwievor 😉

Falls du jedoch zum Beispiel Kellner/in bist und auch du dir den ganzen Tag die Beine in den Bauch stehst, dann probiers mal mit einem Ultra Boost von Adidas.
Keine Angst: das Modell gibts auch noch in schlichteren Farben 😉

Foto 26.03.17, 11 47 45

Durch das extrem elastische Obermaterial und die Tatsache, dass die Einlagesohle ohne Probleme getauscht werden kann eignet sich der Schuh auch für Personen, die orthopädische Einlagen o.ä. benötigen. Außerdem wird er durch Einlagen, die dein Fußgewölbe stützen, noch einmal deutlich angenehmer, wenn du ihn mehrere Stunden am Tag tragen musst.

Da wir uns hier allerdings auf einem Triathlonblog befinden, möchte ich nun zu den Eigenschaften des Schuhs kommen, die für dich eher relevant sein könnten.

Foto 26.03.17, 11 39 14

Der Ultra Boost als Sportschuh

Mit dem Ultra Boost deckt Adidas das obere Preissegment ab, immerhin kostet der Schuh ca. 180€. Man erhält dafür von Adidas einen Schuh, bei dem die gesamte Sohlenfläche aus diesem Boost-Material besteht. Bei anderen Modellen wird dieses Material beispielsweise nur partiell im Fersen- sowie Vorderfußbereich eingesetzt, wodurch sich natürlich der Preis für diese Schuhe reduziert.

Mit über 300g gehört er definitv nicht zu den leichtesten Schuhen am Markt, aber in Anbetracht der Dämpfungseigenschaften geht das Gewicht in Ordnung. Außerdem darf ein Trainingsschuh gerne ein paar Gramm mehr wiegen (erhöht den Trainingseffekt). Wie bereits angesprochen dämpft der Schuh wirklich überraschend gut. Die viel beworbene Boost Technologie dürfte also anscheinend wirken. Vor allem wenn man bedenkt, dass ich den Schuh bereits über mehrere hundert Kilometer an den Füßen habe. Das heißt den Langzeit-Praxistest hat der Adidas Ultra Boost bei mir definitiv bravourös bestanden.

Foto 26.03.17, 11 38 37

Die genauere Analyse beginnen wir mit einem der Höhepunkte des Schuhs – dem Profil. Der Schuh wurde auf Asphalt, Schotter, Gras und Schnee getestet. Der Grip auf Asphalt ist unsagbar gut, sogar bei nassen Verhältnissen. Auch auf Schotter und Wiese hatte ich noch nie Probleme. Lediglich auf vereisten Schneedecken läuft es sich etwas ungemütlich, aber ich denke, dass sich dort jeder Schuh schwer tun würde, deshalb gibt es am Profil überhaupt nichts zu bemängeln.

Der Schuh hat ein ausgesprochen elastisches Obermaterial, das beim Sport genügend Frischluft in den Schuh kommen lässt. Diese Belüftung funktioniert allerdings nur beim Laufen zu einem zufriedenstellenden Grad. Beim langen Stehen oder Gehen wird mir dann doch schnell warm im Schuh. Wobei ich vielleicht nicht der ideale Maßstab bin, mir wird eigentlich in jedem Schuh schnell warm.

Dadurch dass der Schuh ein extrem elastisches Obermaterial besitzt und auf etwaige aussteifende Elemente (ausgenommen der Fersenkappe und der „Plastikfächer“ an der Seite) verzichtet, gibt es nichts, das deine Abrollbewegung beeinflusst.
Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch, dass deine Fußmuskulatur mit der andauernden Belastung beim Laufen alleine fertig werden muss. Im Gegensatz zum Ultra Boost ST gibt es beim Ultra Boost also weder eine Pronationsstütze, noch irgendwelche nennenswerten Torsionsstützen oder ähnliches.

Die Flexibilität des Schuhs ist somit sowohl einer seiner größten Vorteile allerdings auch einer seiner größten Nachteile. Der Fuß kann sich beim Laufen in alle Richtungen ausdehnen und bewegen. Das funktioniert super im langsamen Dauerlauf ohne schnelle Richtungswechsel. Leider genügen oft schon normale Alltagssituationen in denen der Schuh seine Souveränität schnell verliert.
Jeder kennt die Situation in der am Gehweg vor dir Fußgänger auftauchen und du gezwungen bist, über die Gehsteigkante hinunterzuspringen, um die Fußgänger überholen zu können. Mit dem Ultra Boost ist es mir schon öfter passiert, dass sich dabei mein Fuß, bedingt durch das elastische Obermaterial, über den Sohlenrand hinausschob. Daraus resultiert jedes Mal ein kurzer Moment der Panik, an dem ich Angst habe zu überknöcheln. Passiert ist mir das zum Glück noch nie und man gewöhnt sich an diese Situationen, aber es bleibt ein unangenehmes Gefühl.

Beim Verkauf von Sportschuhen hat sich immer wieder herausgestellt, dass viele Menschen gerne einen Schuh kaufen, der sie aktiv im Laufverhalten beeinflusst. Deshalb wird man in Österreich auch überwiegend Läufer mit Asics Schuhen finden. Der Trend zu körperbewussterem und somit natürlicherem Laufen setzt sich hierzulande nur sehr langsam durch. Aus diesen Gründen kann ich jedem nur empfehlen sich im Sportgeschäft zwei extrem konträre Modelle auszusuchen und diese dann im Rahmen der Möglichkeiten umfangreich zu testen. Man wird wahrscheinlich schnell erkennen, ob man diese Flexibilität zu schätzen weiß, oder ob man ein sichereres Laufgefühl bevorzugt. Dies hängt wahrscheinlich auch stark von den individuellen Trainingsvorlieben ab.

Foto 26.03.17, 11 51 56

Fazit

Für mich hat sich gezeigt, dass ich diesen Schuh als Allround Schuh mittlerweile sehr zu schätzen gelernt habe. Ich hätte mir den Schuh damals nie selbst gekauft, mittlerweile kann ich ihn aus meinem Sortiment nicht mehr wegdenken. Für mich wiegen die vielen Vorteile des Schuhs die kleinen Momente der Unsicherheit definitiv auf.

20170325_104110


© Lukas

Ein Kommentar zu “Adidas Ultra Boost – Testbericht

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s